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Boudicca
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Boudicca ([]; auch: Boudica, Boudouika, Boadicea, Voadicea, Bonduca; â um 61 n. Chr.) war eine britannische HeerfĂŒhrerin vermutlich königlicher Abstammung, die 60/61, in den frĂŒhen Jahren der römischen Besetzung Britanniens, den letztlich erfolglosen Boudicca-Aufstand anfĂŒhrte. WĂ€hrend des Aufstands zogen die keltischen StĂ€mme der Icener und der Trinovanten unter der FĂŒhrung von Boudicca gegen die römischen Siedlungen im heutigen Colchester, London und St Albans in den Kampf, töteten schĂ€tzungsweise 70.000 römische Siedler sowie romanisierte Einwohner der Siedlungen und brannten die Siedlungen ganz oder teilweise nieder. Boudiccas Armee wurde schlieĂlich von römischen Truppen unter dem Statthalter Gaius Suetonius Paulinus vernichtend geschlagen. Boudicca soll sich Tacitus zufolge danach vergiftet haben; Cassius Dio dagegen schreibt, sie sei erkrankt und schlieĂlich gestorben.
Boudicca ist seit der Renaissance in England eine nationale Ikone und eine beliebte Figur in Kunst, Literatur und Popkultur. In vielen volkstĂŒmlichen britischen Geschichtsdarstellungen ist Boudicca eine Volksheldin, vergleichbar mit anderen historischen oder legendĂ€ren Figuren der britischen Geschichte wie König Artus oder Alfred dem GroĂen. Historiker ordnen sie in die Reihe der Persönlichkeiten ein, die gegen die römische Herrschaft rebelliert haben, darunter Vercingetorix in Gallien und Arminius in Germanien.
Contents
âą Quellenlage
âą Name
âą Leben
âą Quellen
âą Literatur
âą Weblinks
âą Anmerkungen
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Quellenlage
Siehe auch
:
Boudicca-Aufstand
Da die StĂ€mme Britanniens keine schriftlichen Zeugnisse hinterlieĂen, ist die Sicht auf Boudicca nur durch die römische Geschichtsschreibung geprĂ€gt: Boudicca und der Aufstand werden in den Annalen und der Biografie Agricola (De vita Iulii Agricolae) des Geschichtsschreibers Tacitus beschrieben;cite-ref-1[1] ferner verfasste Cassius Dio in seiner Römischen Geschichte einen Bericht.cite-ref-2[2] Beide waren keine Augenzeugen, auch schrieben sie mit zeitlichem Abstand zu den Ereignissen. Tacitus wird hĂ€ufig als die zuverlĂ€ssigere Quelle angesehen, denn er wurde um 58 geboren und lebte damit zu einer Zeit, als die Erinnerung an den Aufstand 60/61 in Britannien noch lebendig war.cite-ref-3[3] Andererseits fĂŒhrten die Abweichungen zwischen seinem und Cassius Dios Bericht auch zu der Annahme, dass Tacitus hauptsĂ€chlich eine politische Tendenz verfolgte und so viele Informationen lediglich als literarische Topoi zur effektvolleren Ausgestaltung der ErzĂ€hlung dienen.cite-ref-4[4]
Auf jeden Fall wertete Tacitus fĂŒr seine Annalen viele Ă€ltere, gröĂtenteils anonyme Quellen und Senatsakten aus.cite-ref-5[5] Speziell ĂŒber den Boudicca-Aufstand hatte er zudem wahrscheinlich Detailkenntnisse durch seinen Schwiegervater Gnaeus Iulius Agricola. Agricola war zwischen 58 und 62 in Britannien stationiert, zu Beginn als MilitĂ€rtribun im Stab des Statthalters Gaius Suetonius Paulinus, zuletzt als Statthalter. Agricola war also zur Zeit des Boudicca-Aufstands in Britannien, hatte dadurch zuverlĂ€ssige Detailinformationen ĂŒber den Aufstand und war möglicherweise an den relevanten MilitĂ€raktionen beteiligt.cite-ref-6[6]
Cassius Dio wurde um 163 unserer Zeitrechnung geboren und schrieb etwa 150 Jahre nach dem Boudicca-Aufstand. Er war auĂerdem auch geografisch weit von den Ereignissen in Britannien entfernt. Historiker gehen davon aus, dass Cassius Dios Berichte aus zweiter Hand sind und er selbst Britannien nie besucht hat. Dio recherchierte jedoch vor der Abfassung des Werkes grĂŒndlich â seiner eigenen Aussage nach zehn Jahre lang â und verarbeitete Material aus Ă€lteren Quellen, die er allerdings â wie in der antiken Geschichtsschreibung hĂ€ufig â nicht nennt.cite-ref-7[7] In seiner römischen Geschichte fokussiert Dio gerne auf tragische Ereignisse wie Erdbeben und Massaker. Daher gilt es als möglich, dass er seine Geschichte um ihres emotionalen Effekts willen noch mit fiktionalen Elementen anreicherte.cite-ref-8[8] FĂŒr die EinschĂ€tzung seines Quellenwertes kommt erschwerend hinzu, dass weite Teile seines Werkes â darunter auch die Passagen zum Boudicca-Aufstand â nicht im Original erhalten sind, sondern nur in einer Zusammenfassung (Epitome) des byzantinischen Mönchs Johannes Xiphilinos aus dem 11. Jahrhundert.cite-ref-9[9]
Neben den römischen Quellen kann die Erforschung der historischen Boudicca auf archĂ€ologische Funde zurĂŒckgreifen, die Hinweise auf die Organisation des britannischen Stamms der Icener und auf den Ablauf des Boudicca-Aufstands liefern. Bedeutend sind MĂŒnzfunde, deren Verbreitung RĂŒckschlĂŒsse auf das Gebiet zulĂ€sst, das die Icener besiedelt haben.cite-ref-11[11]
Zentral fĂŒr die Rekonstruktion der Zerstörung der Siedlungen im heutigen Colchester, London und St. Albans ist eine Ausgrabungsschicht, die aus verbrannten Resten besteht und eine Dicke zwischen wenigen Zentimetern und einem Meter haben kann, der sogenannte Boudican destruction horizon (deutsch âZerstörungshorizont Boudiccasâ).cite-ref-12[12] Der Zerstörungshorizont kann aufgrund von Keramik- und MĂŒnzfunden ungefĂ€hr auf die Mitte des ersten Jahrhunderts datiert werden und ist fĂŒr ArchĂ€ologen ein Indiz, dass die damaligen römischen Siedlungen tatsĂ€chlich, wie in den antiken Quellen beschrieben, niedergebrannt wurden.cite-ref-13[13]
Name
In der handschriftlichen Ăberlieferung von Tacitusâ Annalen finden sich verschiedene Schreibweisen ihres Namens, die in den modernen Ausgaben in aller Regel zu Boudicca vereinheitlicht werden.cite-ref-14[14] Cassius Dio, dessen Römische Geschichte die zweite antike Quelle zu Boudicca ist, schreibt ihren Namen Boudouika (ÎÎżÏ
ÎŽÎżÏ
ÎŻÎșα).cite-ref-15[15]
Im Mittelalter entstand eine weitere Variante von Boudiccas Namen, als ein Schreiber beim Kopieren eines Manuskripts vermutlich âuâ durch âaâ ersetzte und das zweite âcâ durch ein âeâ. Diese Schreibweise Boadicea wurde vor allem durch die romantischen Dichter wĂ€hrend der Zeit Königin Victorias im 19. Jahrhundert populĂ€r gemacht.cite-ref-webster15-16-0[16] Zu weiteren Schreibweisen in Literatur und historischer Geschichtsschreibung zĂ€hlen Voadicia (beispielsweise in Polydore Vergils Anglica Historica), Voadicea (beispielsweise in Raphael Holinsheds The Chronicles of England, Scotland and Ireland) und Bonduca (beispielsweise in John Fletchers gleichnamigem TheaterstĂŒck von 1609).cite-ref-17[17]
Vergleiche mit spĂ€teren walisischen Wortformencite-ref-18[18] sowie mit keltischen Inschriften in Frankreich und auf der iberischen Halbinsel legen nahe, dass der Name tatsĂ€chlich Boudica (mit einem âcâ) und nicht Boudicca war. Boudica geht auf das keltische Wort fĂŒr Sieg, bouda, zurĂŒck, Boudica bedeutet also âdie Siegreicheâ. In der neueren englischsprachigen Forschung hat sich der ursprĂŒngliche keltische Name Boudica inzwischen wieder durchgesetzt.cite-ref-webster15-16-1[16] In der deutschsprachigen Literatur findet man noch die Schreibweise Boudicca, wie etwa in EinfĂŒhrungen in die englische Geschichtecite-ref-19[19] oder in Darstellungen ĂŒber die Kelten.cite-ref-20[20]
Leben
Herkunft, Familie und Status
Ăber Boudiccas Leben vor dem Aufstand gegen die Römer sind nur wenige Details bekannt. Insbesondere wird unter Historikern diskutiert, welchen Status Boudicca hatte, darunter Ehefrau eines Klientelkönigs, regierende Königin oder militĂ€rische AnfĂŒhrerin. Die Quellen sind diesbezĂŒglich nicht eindeutig.
In den Annalen wird Boudicca als Ehefrau des Prasutagus, der als Klientelkönig Roms ĂŒber die Icener herrschte, beschrieben. Wie man aus MĂŒnzfunden weiĂ, siedelten die Icener im Norden des heutigen East Anglia, nördlich des Stammesgebiets der Trinovanten.cite-ref-21[21] Tacitus schreibt, dass Prasutagus im Jahr 61 nach einer langen Herrschaft in Wohlstand starb.cite-ref-22[22] ArchĂ€ologische Funde auf dem ehemaligen Gebiet der Icener wie die Snettisham-Horte liefern Hinweise darauf, dass der von Tacitus erwĂ€hnte Wohlstand der Icener wohl den Tatsachen entsprach.cite-ref-23[23]
Laut Tacitus hinterlieĂ Prasutagus ein Testament, in dem er seine beiden Töchter und den damaligen römischen Kaiser Nero zu gleichen Teilen zu seinen Erben machte. Die ArchĂ€ologin Miranda Aldhouse Green spekuliert ĂŒber die GrĂŒnde, warum Boudicca als Nachfolgerin in Prasutagusâ Testament nicht erwĂ€hnt wird, und vermutet unterschiedliche Einstellungen von Prasutagus und Boudicca gegenĂŒber der römischen Besatzung: Bei Prasutagus scheine eine prorömische Einstellung vorgeherrscht zu haben, wĂ€hrend Boudicca möglicherweise bereits eher antirömisch eingestellt gewesen sei.cite-ref-24[24]
Tacitusâ Darstellung von Boudicca in den Annalen ist die ausfĂŒhrlichste Beschreibung ihres Hintergrunds und wird in vielen wissenschaftlichen und populĂ€ren Darstellungen deshalb herangezogen. Die Annalen sind die einzige Quelle, die Boudicca mit den Icenern in Verbindung bringt und sie als Ehefrau des Königs Prasutagus einfĂŒhrt. Im Agricola des Tacitus werden Prasutagus und die Icener ebenso wenig erwĂ€hnt; auch behandelt der Verfasser den gesamten Boudicca-Aufstand dort wesentlich knapper. Boudicca wird dort lediglich als Frau königlicher Herkunft und als AnfĂŒhrerin des Aufstands gegen die Römer eingefĂŒhrt: Boudicca generis regii femina duce (deutsch âmit Boudicca als ihrer AnfĂŒhrerin, einer Frau königlicher Abstammungâ). Tacitus fĂŒgt noch hinzu, dass es unter den Britanniern durchaus verbreitet sei, auch weibliche AnfĂŒhrer zu wĂ€hlen.cite-ref-25[25] An anderer Stelle (Agricola, Kapitel 31) nennt Tacitus Boudicca sogar die AnfĂŒhrerin des Stammes der Briganten, nicht der Icener.cite-ref-26[26]
In der römischen Geschichte des Cassius Dio wird Boudicca als AnfĂŒhrerin eines allgemeinen Aufstands eingefĂŒhrt. Cassius Dio geht auf die Icener nicht ein, sondern schreibt, dass ganz Britannien sich unter der FĂŒhrung Boudiccas gegen die Römer erhob und die Insel fĂŒr Rom verloren gewesen sei.cite-ref-27[27] Bei Cassius Dio findet sich die Bemerkung Boudiccas, dass Frauen bei den britannischen StĂ€mmen denselben Heldenmut wie MĂ€nner hĂ€tten. AuĂerdem bezeichnet sich Boudicca bei Cassius Dio als Königin.cite-ref-28[28]
Inwieweit die Aussage, dass weibliche AnfĂŒhrer bei den Britanniern ĂŒblich seien, den historischen Tatsachen entspricht, ist in der Forschung umstritten.cite-ref-29[29] Bekannt ist aus historischen Quellen zumindest eine weitere Herrscherin, Cartimandua, Königin der Briganten, die ĂŒber ein gröĂeres Territorium im Norden Englands herrschte. Möglicherweise ĂŒbertrieben Tacitus und Dio den Anteil der Frauen in Politik und KriegsfĂŒhrung aber bewusst, um die Britannier als völliges Gegenbild zur römischen Gesellschaft darzustellen (so A. J. Woodman und C. S. Krauscite-ref-30[30]) oder um sie abwertend als besonders unzivilisiert darzustellen (so Richard Hingley und Christina Unwincite-ref-31[31]). In beiden FĂ€llen wĂŒrde es sich um einen typischen literarischen Topos griechisch-römischer Schriftsteller fĂŒr die Schilderung âbarbarischerâ Gesellschaften handeln.
Die Klassische Philologin Caitlin Gillespie schlieĂt aus den Quellen, dass Boudiccas FĂŒhrung der britannischen StĂ€mme eher dem Status eines militĂ€rischen AnfĂŒhrers (dux) als dem einer Regentin entsprochen haben dĂŒrfte.cite-ref-32[32] Gleichzeitig war ihre Rolle aber möglicherweise nicht auf die einer militĂ€rischen AnfĂŒhrerin beschrĂ€nkt. Nach Cassius Dio absolvierte Boudicca vor dem Beginn des Aufstands ein Ritual, um das SchlachtglĂŒck vorherzusagen: Sie holte einen Hasen aus ihrem Gewand, lieĂ ihn frei und beobachtete die Richtung, in die er lief. Boudicca rief auĂerdem die keltische Göttin Andraste um UnterstĂŒtzung an.cite-ref-33[33] Aufgrund dieser Beschreibung ist Boudicca vereinzelt die doppelte Rolle einer militĂ€rischen AnfĂŒhrerin und einer Seherin zugesprochen worden. DafĂŒr spricht, dass es zu Boudiccas Zeiten auch bei anderen Völkern angesehene Seherinnen gab, so etwa die germanische Seherin Veleda. Andererseits war das Lesen von Zeichen direkt vor einer Schlacht ein bekannter Topos in römischer Literatur, auch gibt es keine archĂ€ologischen Nachweise dafĂŒr, dass es bei den Britanniern zur Zeit Boudiccas Seherinnen gab.cite-ref-34[34]
Aussehen und Auftreten
Von Cassius Dio stammt die einzige Beschreibung von Boudiccas ĂuĂerem. Die ArchĂ€ologen Donald Dudley und Graham Webster bezeichnen die Textstelle als die dramatischste Beschreibung einer keltischen Heldin in klassischer Literatur:cite-ref-35[35]
âSie selbst war hochgewachsen, gar furchterweckend in ihrer Erscheinung, und ihr Auge blitzte. Dazu besaĂ sie eine rauhe Stimme. Dichtes, hellblondes Haar fiel ihr herab bis zu den HĂŒften, den Nacken umschlang eine groĂe, goldene Kette, und der Leibrock, den sie trug, war buntfarbig und von einem dicken Mantel bedeckt, der durch eine Fibel zusammengehalten wurde. Damals nun ergriff sie eine Lanze, um auch auf diese Weise ihre sĂ€mtlichen Zuschauer in Schrecken zu versetzen [âŠ]â
â
Cassius Dio
:
Römische Geschichte
62,2,3â4
FĂŒr Boudiccas Haarfarbe verwendet Dio den griechischen Superlativ ÎŸÎ±ÎœÎžÎżÏÎŹÏηΜ, der unter anderem im Deutschen mit âhellblondâ oder im Englischen mit tawniest (von tawny, deutsch âgelbbraunâ) ĂŒbersetzt wird.cite-ref-37[37] Caitlin Gillespie schlĂ€gt auĂerdem golden wie ein Löwenfell vor und hĂ€lt eine Deutung als rothaarig auch noch fĂŒr denkbar, da viele Kelten rothaarig waren.cite-ref-38[38]
Caitlin Gillespie zufolge griff Cassius Dio fĂŒr diese Beschreibung Boudiccas vermutlich auf Stereotype âbarbarischerâ Nicht-Römer zurĂŒck. Wahrscheinlich kannte Cassius die Beschreibungen verschiedener Völker aus der Historischen Bibliothek des Diodor, welcher Britannier und Gallier als groĂ und muskulös beschreibt; auĂerdem trugen sie ihm zufolge Ringe, Armreifen und Halsringe aus purem Gold sowie mehrfarbige Kleidung, die von Broschen zusammengehalten wurde. Auch wenn die Beschreibung Boudiccas auf Stereotypen basiere, komme die Beschreibung dem Aussehen und Kleidung der Britannier doch recht nahe, wie es aufgrund archĂ€ologischer Funde rekonstruiert werde. Plausibel sei zum Beispiel, dass Boudicca als militĂ€rische AnfĂŒhrerin der Icener einen Mantel trug und ihren Status durch eine Fibel an der Kleidung sowie das Tragen eines Torques kenntlich machte.cite-ref-39[39] ArchĂ€ologische Ausgrabungen zeigen auĂerdem, dass nirgendwo in Britannien Torques so verbreitet waren wie in East Anglia, also auch im Gebiet der Icener. Der ArchĂ€ologe John Davies vermutet, dass die schweren Torques wie der groĂe Torque aus den Snettisham-Horten möglicherweise permanent getragen wurden und eine Ă€hnlich groĂe Bedeutung gehabt haben könnten wie heutige Eheringe.cite-ref-40[40] Die Betonung der Lanze bei Cassius Dio könnte darauf hindeuten, dass Boudicca diese Waffe als symbolisches, schreckenerregendes Attribut nutzte â vergleichbar mit der silbernen Lanze des spanischen AufstĂ€ndischen Olyndicus aus dem 2. Jahrhundert v. Chr., die dieser als Talisman einsetzte.cite-ref-41[41]
Die Beschreibung Boudiccas als schlagkrĂ€ftige und gleichzeitig attraktive Kriegerkönigin, obwohl wahrscheinlich im Detail fiktiv, taucht in vielen spĂ€teren Geschichtswerken zur Römerzeit Britanniens auf und hat nachfolgende britische Dichter, Dramatiker und KĂŒnstler zu ihren Darstellungen inspiriert.cite-ref-42[42]
Aufstand gegen die Römer
â
Hauptartikel
:
Boudicca-Aufstand
Als einen wichtigen Auslöser fĂŒr den Aufstand, den Boudicca gegen die Römer anfĂŒhrte, nennt Tacitus den Umgang der Römer mit den Icenern nach Prasutagusâ Tod. Laut Tacitus respektierten die Römer das Testament nicht, nach dem sein Königreich zumindest zur HĂ€lfte an seine Töchter gehen sollte. Das Königreich und der königliche Haushalt seien wie Kriegsbeute behandelt worden; auĂerdem, so Tacitus, misshandelten die Römer Boudicca und vergewaltigten ihre Töchter. Die FĂŒhrungsschicht der Icener sei von den Römern ihrer LĂ€ndereien beraubt worden, als ob den Römern das gesamte Land ĂŒbergeben worden wĂ€re, und die königliche Familie sei âwie Sklavenâ behandelt worden.cite-ref-tacitus14-31-43-0[43]
Neben der DemĂŒtigung der Icener nennen die antiken Quellen auĂerdem die Vertreibung des Nachbarstamms der Trinovanten aus ihrer Hauptstadt Camulodunumcite-ref-tacitus14-31-43-1[43] durch die Römer und plötzliche RĂŒckforderungen von hohen Krediten durch römische GlĂ€ubiger als Ursachen des Aufstands.cite-ref-44[44] Heutige Historiker vermuten ferner antirömische Einstellungen in den keltischen StĂ€mmen, die vielleicht auch noch durch die Druiden, die durch die römische Besatzung unter Druck standen, befeuert wurden.cite-ref-45[45]
Mit ihrem Verhalten schĂŒrten die Römer die bei den Icenern und Trinovanten schon vorherrschende Unzufriedenheit, und Boudicca wurde zur AnfĂŒhrerin eines Aufstandes. Die Icener und der benachbarte Stamm der Trinovanten erhoben sich gegen die Römer und zogen nach SĂŒden, um die dortigen römischen Siedlungen anzugreifen. ZunĂ€chst wandten sie sich gegen die Veteranenkolonie Camulodunum, das heutige Colchester. Laut Tacitus brannten die Britannier die Stadt bis auf ihre Grundmauern nieder und töteten alle Einwohner. Darauf folgten Londinium (das heutige London) und Verulamium (in der NĂ€he des heutigen St Albans).cite-ref-46[46] Tacitus schreibt in seinen Annalen, dass die Britannier rund 70.000 Einwohner dieser Siedlungen töteten.cite-ref-47[47]
Die Befunde archĂ€ologischer Ausgrabungen decken sich im Wesentlichen mit Tacitusâ Bericht, denn in allen drei StĂ€dten wurde eine deutlich sichtbare Schicht verbrannten Materials gefunden, die auf die Zeit um 60/61 datiert werden konnte.cite-ref-48[48] Cassius Dios Informationen zum Aufstand weichen von Tacitus ab, denn er erwĂ€hnt lediglich zwei (nicht namentlich genannte) StĂ€dte, die in Schutt und Asche gelegt worden seien, und 80.000 getötete Römer und VerbĂŒndete derselben.cite-ref-49[49]
Der römische Feldherr und Statthalter Britanniens Gaius Suetonius Paulinus, der sich zur Zeit des Aufstands in Wales aufhielt, brach sofort nach SĂŒdosten auf, stellte mit zwei Legionen Boudicca und ihre Armee in einer Schlacht nordwestlich von Verulamium in offenem Feld und schlug sie vernichtend. Laut Tacitus fielen wĂ€hrend dieser Schlacht â auch bekannt als âNiederlage an der Watling Streetâ â im Jahr 61 mehr als 80.000 Britannier, wĂ€hrend die Römer lediglich Verluste von etwa 400 Toten und eine Ă€hnliche Zahl an Verletzten zu beklagen hatten.cite-ref-50[50] Hingley und Unwin urteilen, dass die Zahl von 80.000 Britanniern ĂŒbertrieben sein dĂŒrfte, halten es aber fĂŒr plausibel, dass die römische Armee ĂŒber eine deutlich gröĂere Armee der Britannier siegte.cite-ref-51[51]
Ăber das weitere Schicksal Boudiccas gibt es zwei Versionen: Tacitus berichtet, dass sich Boudicca das Leben durch Gift genommen habe,cite-ref-52[52] Cassius Dio hingegen schreibt, dass sie erkrankt und schlieĂlich gestorben sei, woraufhin die Britannier Boudicca mit einem prĂ€chtigen BegrĂ€bnis geehrt hĂ€tten.cite-ref-53[53] FĂŒr die zweite Version könnte sprechen, dass die Dramatisierung eines natĂŒrlichen Todes zu einem heldenhaften Selbstmord durch Tacitus oder seine Quelle gut möglich erscheint, wĂ€hrend umgekehrt Dio oder seine Quelle keinen Grund gehabt haben dĂŒrften, einen tatsĂ€chlichen Selbstmord durch die Darstellung als Krankheit weniger dramatisch erscheinen zu lassen.cite-ref-54[54]
Wo man Boudicca begrub, ist unbekannt. Eine bekannte Legende ist, dass sie unter der heutigen Londoner U-Bahn-Station Kingâs Cross St. Pancras begraben sei. Lewis Spence hat 1937 in seinem Buch Boadicea: Warrior Queen of the Britons schon damals abwegige Spekulationen aufgegriffen, dass Boudiccas letzte Schlacht in der NĂ€he von Kingâs Cross stattfand.cite-ref-55[55] Die These ist lĂ€ngst widerlegt; Kingâs Cross als Ort der letzten Schlacht und BegrĂ€bnisort Boudiccas hĂ€lt sich aber noch als Legende im Internet und unter Londoner Taxifahrern.cite-ref-56[56] Andere Orte der letzten Schlacht oder eines BegrĂ€bnisortes wurden bisher vorgeschlagen, darunter Mancettercite-ref-webster111-57-0[57] in der NĂ€he von Atherstone in Warwickshire und Birmingham.cite-ref-58[58] ArchĂ€ologen gehen davon aus, dass der Ort der Schlacht nicht einfach zu identifizieren sei, denn dazu sei ein ĂŒberzeugender Fund wie ein Massengrab in Kombination mit eindeutig identifizierbaren Waffen notwendig.cite-ref-webster111-57-1[57]
Rezeption in der Geschichtsschreibung und Forschungsgeschichte
Rezeption in der Römerzeit
Boudiccas Darstellung in Tacitusâ Annalen fokussiert stark auf ihre Rolle als Mutter, die sich fĂŒr das Unrecht, das ihr selbst, ihren Töchtern und ihrem Stamm angetan wurde, rĂ€chen will. Ihr Aufstand hatte nach Tacitus gute GrĂŒnde, da er durch das Verhalten der römischen Obrigkeit provoziert worden sei. Boudicca steht damit im Kontrast zur keltischen Königin Cartimandua, die von Tacitus als verrĂ€terisch und ehebrecherisch dargestellt wird. Boudiccas Handlungen waren nach der Darstellung des Tacitus dagegen zwar irregeleitet, aber moralisch gerechtfertigt.cite-ref-59[59] Bei Cassius Dio ist Boudicca keine Sympathiefigur, sondern eine furchterregende und mĂ€chtige Kriegerkönigin, die an Beschreibungen der mythischen Amazonen erinnert. Die ausfĂŒhrliche Beschreibung der vernichteten StĂ€dte, der Toten und des Chaos, das sie und ihre Truppen hinterlieĂen, diente vor allem dazu, Boudicca und ihre AnhĂ€nger als fremdartige und brutale Barbaren darzustellen.cite-ref-60[60]
Sowohl Tacitus als auch Cassius Dio binden auĂerdem fiktive Ansprachen von Boudicca einerseits und dem römischen Feldherrn Suetonius Paulinus andererseits in ihre Schilderung ein, die beide AnfĂŒhrer vor ihren jeweiligen Truppen gehalten haben sollen.cite-ref-61[61] Solche Reden waren in der antiken Geschichtsschreibung nicht unĂŒblich. Sie gehen allerdings weder auf tatsĂ€chlich gehaltene Ansprachen zurĂŒck noch reflektieren sie zwingend die Ansichten des Verfassers zu den Ereignissen. Vielmehr dienten solche EinschĂŒbe Autoren wie Tacitus und Dio als rhetorisches Mittel, um bestimmte wichtige Fragestellungen oder Ideen im Zusammenhang mit dem behandelten historischen Geschehen aus unterschiedlichen Perspektiven zu prĂ€sentieren.cite-ref-62[62] Im Rahmen der literarischen Vorstellung eines Kampfes zwischen dekadenter, korrupter Hochkultur und primitiven, aber moralisch integren âRandvölkernâ reprĂ€sentiert Boudicca in ihren angeblichen Reden also eine bestimmte, von den Autoren konzipierte Perspektive: Als Frau in einer traditionellen MĂ€nnerrolle ist sie prĂ€destiniert dafĂŒr, Kritik an der verweichlichten und âunmĂ€nnlichâ gewordenen römischen Elite zu Ă€uĂern.cite-ref-63[63] Bei Tacitus wird Boudiccas Eintreten fĂŒr die Freiheit gleichzeitig jedoch auch mit innerrömischem Widerstand gegen die Monarchie parallelisiert. Ihr Kampf gegen die römische Herrschaft erscheint als Vergleichsfall zum innerrömischen Widerstand gegen die Kaiserherrschaft und ist genau wie dieser aus der Sicht des Tacitus angesichts der MachtverhĂ€ltnisse zum Scheitern verurteilt. Unterschwellig wird Boudicca in seiner Schilderung damit zur Vertreterin des alten römischen Freiheitsideals, wĂ€hrend ihre römischen Gegner politisch und gesellschaftlich ihre Freiheit verloren haben.cite-ref-64[64]
Boudiccas Aufstand (wenn auch nicht ihr Name) fand nach der Römerzeit noch kurze ErwĂ€hnung in De Excidio et Conquestu Britanniae (dt. âĂber den Untergang und die Eroberung Britanniensâ) des Mönches Gildas aus dem 6. Jahrhundertcite-ref-65[65] und im historiographischen Werk Historia ecclesiastica gentis Anglorum (dt. âKirchengeschichte des englischen Volkesâ) von Beda Venerabilis aus dem 8. Jahrhundert. Danach geriet Boudicca in Vergessenheit, weil englische Gelehrte im Mittelalter keinen Zugang zu den Quellen der klassischen Antike hatten.cite-ref-66[66]
Rezeption in Geschichtsschreibung und Politik ab der Neuzeit
Eine entscheidende Wende fĂŒr die Geschichtsschreibung des frĂŒhen Britannien war die Wiederentdeckung der klassischen Quellen im 14. Jahrhundert im Rahmen der Renaissance. Gedruckte Versionen von Tacitusâ Werken zirkulierten in Italien ab der zweiten HĂ€lfte des 15. Jahrhunderts. Autoren in England griffen die verfĂŒgbaren neuen Quellen auf, darunter Polydor Vergil mit seiner Anglica historia sowie Petruccio Ubaldini mit seinem Werk The Lives of the Noble Ladies of the Kingdom of England and Scotland. Diese Geschichtsschreibung auf der Basis der klassischen Quellen ersetzte Ă€ltere Werke, deren Darstellung des frĂŒhen Britannien hauptsĂ€chlich durch Mythen geprĂ€gt war.cite-ref-67[67] Die englischen Geschichtsschreiber mussten allerdings feststellen, dass die wiederentdeckten antiken Quellen ihre Vorfahren als Barbaren schilderten, die eher mit den âWildenâ im neu entdeckten Amerika vergleichbar waren als mit den zivilisierten und mĂ€chtigen Vertretern des alten Rom. Gelehrte Abhandlungen aus der englischen Renaissance versuchten also, eine Balance zu finden zwischen dem Versuch, eine kontinuierliche Linie von der Römerzeit bis in ihre Zeit zu ziehen, und dem Streben, âprimitive Wildeâ aus ihrer Nationalgeschichte herauszuhalten.cite-ref-68[68]
WĂ€hrend der Regierungszeit Elisabeths I. wuchs das Interesse an Boudicca erheblich an: Die Tatsache, dass es sich bei Boudicca um eine weibliche FĂŒhrungsfigur handelte, inspirierte Autoren zu Vergleichen mit Königin Elisabeth, denn beide Frauen â so die Interpretation â herrschten ĂŒber ihr Land in Politik und KriegsfĂŒhrung. Boudicca wurde als eine Patriotin gesehen, die ihr Land tapfer gegen römische Invasoren verteidigt hatte.cite-ref-69[69] SpĂ€tere Darstellungen, etwa in John Miltons History of Britain (1670), wurden wieder kritischer; so beschreibt Milton Boudicca als eine Wahnsinnige mit einer Horde VerrĂŒckter an ihren Fersen.cite-ref-70[70]
Im 19. Jahrhundert, als der Nationalismus in vielen europĂ€ischen LĂ€ndern erstarkte und GroĂbritannien mit Victoria wieder eine herrschende Königin hatte, entwickelte sich Boudicca zu einer nationalen Ikone.cite-ref-71[71] Das populĂ€re Bild von Boudicca als Volksheldin und ReprĂ€sentantin imperialer GröĂe blieb bis ins 20. Jahrhundert. Mit dem Niedergang des britischen Weltreichs und den zunehmenden archĂ€ologischen Erkenntnissen zum Boudicca-Aufstand ab dem Anfang des 20. Jahrhunderts wandelte sich Boudiccas Bild jedoch und wurde zunehmend vielfĂ€ltiger, zum Beispiel als Mutter, Volksheldin, FreiheitskĂ€mpferin und Kriegerkönigin. Daneben gab es aber auch negative Bewertungen. So schrieb Winston Churchill in seiner History of the English-Speaking Peoples, dass das Denkmal am Thames Embankment in London die Briten an den Ruf âFreiheit oder Todâ und an die wohl schrecklichste Episode der Geschichte GroĂbritanniens erinnere.cite-ref-72[72]
FĂŒr die britische Suffragetten-Bewegung Anfang des 20. Jahrhunderts war Boudicca neben Johanna von OrlĂ©ans eine wichtige Symbolfigur fĂŒr den militanten Kampf um Gleichberechtigung und Frauenwahlrecht. Im Vergleich zu Johanna war Boudicca auch fĂŒr weniger militante Suffragetten ein leichter akzeptierbares Vorbild, denn sie war im Gegensatz zu Johanna nicht nur eine KĂ€mpferin, sondern auch eine Mutter. AuĂerdem war Boudicca durch ihre beeindruckende Bronzestatue von Thomas Thornycroft in London weit greifbarer als Johanna. Die Rolle, die Boudicca fĂŒr die britische Frauenwahlrechtsbewegung spielte, spiegelt sich auch in kulturellen Zeugnissen der Bewegung wider, einschlieĂlich ihrer ErwĂ€hnung oder Darstellung in Schriften, Zeichnungen, Abzeichen und Fahnen. Im feministischen TheaterstĂŒck A Pageant of Great Women (1909) von Cicely Hamilton beispielsweise ist Boudicca eine von vielen groĂen Frauenfiguren aus der Geschichte, wobei die Figur der Boudicca besonders dazu diente, das Konstrukt von Frauen als passive AbhĂ€ngige in Frage zu stellen. Indem die Suffragettenbewegung ausgerechnet Boudicca vereinnahmte, eine imperialistische Ikone GroĂbritanniens, bewies sie ferner ihren Gegnern, dass auch Frauen aktive Mitglieder von Familie, Gemeinde, Staat und britischem Empire sein konnten.cite-ref-73[73]
Boudicca in ihrem Streitwagen war ein Bild, das sich stark in das kollektive GedĂ€chtnis der britischen Gesellschaft einprĂ€gte. Bildliche Darstellungen von Boudicca in Malerei, Zeichnungen und auch satirischen Cartoons zeigen sie bis heute hĂ€ufig in ihrem Streitwagen stehend oder fahrend. Diese Darstellungsweise ist so bekannt, dass Satiriker und Cartoonisten sie wiederholt verwandten, um Parallelen zwischen starken, zielstrebigen Frauen in der Ăffentlichkeit und Boudicca zu ziehen, etwa nach dem Wahlsieg Margaret Thatchers 1987.cite-ref-74[74]
Forschungsgeschichte
Erst Anfang des 20. Jahrhunderts begann eine ernsthafte wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Boudiccas Aufstand. Forscher erarbeiteten ein realistischeres VerstĂ€ndnis der Ereignisse, insbesondere durch archĂ€ologische Ausgrabungen in Colchester, London und St. Albans.cite-ref-75[75] Ab den 1980er Jahren befasste sich die Forschung neben der historischen Boudicca zunehmend auch mit der Frage, wie sich ihr Bild der HeerfĂŒhrerin seit ihrer Wiederentdeckung in der Renaissance bis in die Gegenwart verĂ€ndert hatte. Es erschienen nun auch wissenschaftliche und populĂ€re Publikationen, die die Parallelen zwischen Boudicca und weiteren starken Frauenfiguren in der englischen oder europĂ€ischen Geschichte wie Katharina von Aragon, Eleonore von Aquitanien oder Margaret Thatcher herausarbeiteten.cite-ref-76[76]
Andere wissenschaftliche Publikationen versuchten, den Status von Boudicca im Kontext ihrer Zeit genauer einzuschĂ€tzen, und zogen Vergleiche zu anderen politischen und militĂ€rischen MĂ€nner- und Frauenfiguren ihrer Zeit. Durch klassische Quellen belegt sind unter anderem Kleopatra VII. in Ăgypten, die britannische Königin Cartimanduacite-ref-77[77] und die germanische Prophetin Veleda.cite-ref-78[78] Durch Ausgrabungen prĂ€chtig ausgestatteter FrauengrĂ€ber in Europa ist auĂerdem belegt, dass auch zur Eisenzeit und zur Römerzeit Frauen einen hohen sozialen Status innehaben konnten. Als Beispiele werden unter anderem die Frau im Wagengrab von Wetwangcite-ref-79[79] in Yorkshire und die FĂŒrstin von Vix in Burgund genannt.cite-ref-80[80]
Boudicca gehört auĂerdem zu einer Reihe von FĂŒhrungsfiguren, die Revolten der Bevölkerung gegen die römische Besatzung anfĂŒhrten, vergleichbar mit Arminius in Germanien, Vercingetorix in Gallien, Caratacus in Britannien und Viriathus in Iberien.cite-ref-81[81] Historiker und ArchĂ€ologen weisen auf die Parallelen zwischen Boudicca, Vercingetorix und Arminius als britische, französische bzw. deutsche Nationalhelden im 19. und 20. Jahrhundert hin.cite-ref-82[82]
Rezeption in Kunst, Musik und Literatur
FrĂŒhe Neuzeit bis 19. Jahrhundert
Mit der Wiederentdeckung der antiken Quellen in der frĂŒhen Neuzeit gelangte Boudicca (oft in der Namensform Boadicea oder Bonduca) wieder in das historische Bewusstsein und damit auch in den Fokus der Schriftsteller. Der Dramatiker John Fletcher schrieb 1609 die Tragödie Bonduca. 1753 veröffentlichte Richard Glover sein Trauerspiel Boadicea, weitere Dramen anderer Autoren folgten. Kein Drama hatte jedoch so viel Erfolg wie Fletchers Bonduca, das auch im 18. und 19. Jahrhundert noch gespielt wurde. Der Komponist Henry Purcell schrieb 1695 fĂŒr eine Produktion des StĂŒcks die Musik, darunter die patriotischen Lieder Britons, Strike Home! und To Arms, to Arms.cite-ref-83[83]
Bedeutend fĂŒr die Rezeption Boudiccas in GroĂbritannien war vor allem die Ode Boadicea: An Ode des englischen Dichters William Cowper von 1782. Cowper folgte dem Trend ab dem 18. Jahrhundert, Boudicca als Nationalheldin darzustellen und sie als Inspiration fĂŒr nationale Literatur und Kunst zu verwenden. In seinem Gedicht wurde Boudiccas Geschichte an den Zeitgeist angepasst, indem ihr Widerstand gegen die Römer als Grundlage fĂŒr einen spĂ€teren britischen Imperialismus und eine Expansion des britischen Weltreichs dargestellt wurde. Cowpers Gedicht hatte einen groĂen Einfluss darauf, dass sich das Bild Boudiccas ab dem 18. Jahrhundert zu dem einer Volksheldin und Ikone des britischen Imperiums wandelte. Das Gedicht wurde von Tausenden britischer Schulkinder im 19. Jahrhundert und noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts auswendig gelernt.cite-ref-84[84] Auch andere Dichter haben sich am Boudicca-Stoff versucht, so Alfred Tennyson in seinem Gedicht Boadicea, das jedoch nie die PopularitĂ€t von Cowpers Ode erreichte.cite-ref-webster14-85-0[85]
Als im 19. Jahrhundert GroĂbritannien mit Victoria erstmals seit langer Zeit wieder eine herrschende Königin hatte, fĂŒhrte dies zu einem erhöhten Interesse an Boudicca. Um sowohl die aktuelle Königin als auch GroĂbritanniens glorreiche Vergangenheit zu ehren, entstand die heute sehr bekannte Boudicca-Darstellung des Bildhauers Thomas Thornycroft, die 1902 fertiggestellt wurde. Boudicca erscheint als Teil einer Statuengruppe, die sie zusammen mit ihren Töchtern auf einem Streitwagen zeigt. Das Werk steht am linken Themseufer in London an der Westminster Bridge, gegenĂŒber dem Big-Ben-Tower (boudicca-statue-von-thomas-thornycroft51° 30âČ 4âł N, 0° 7âČ 25,5âł W51.501111111111-0.12375). Thornycrofts Darstellung Boudiccas ist aus der Sicht der heutigen archĂ€ologischen Forschung ĂŒberholt, denn der Streitwagen in der Statuengruppe ist (unhistorisch) mit schwerfĂ€lliger Panzerung und SensenblĂ€ttern an den RĂ€dern ausgestattet.cite-ref-webster14-85-1[85]
Ab dem 20. Jahrhundert
Boudicca und ihr Aufstand gegen die Römer fanden ab dem 20. Jahrhundert auf vielfĂ€ltige Weise Eingang in die Hoch- und Popkultur. So beschĂ€ftigten sich eine groĂe Zahl von Romanen, Dramen, Filmen und das Fernsehen mit Boudicca, auĂerdem gibt es eine Vielzahl kĂŒnstlerischer Darstellungen Boudiccas.
Zu den bekanntesten Darstellungen der Boudicca in der bildenden Kunst im 20. Jahrhundert zĂ€hlen Boudiccas PortrĂ€t in den Glasfenstern der Stadthalle von Colchester von 1902 und die Skulptur von Boudicca und ihren Töchtern von James Havard Thomas fĂŒr die Cardiff City Hall von 1921.cite-ref-86[86] Die Marmorskulptur von Thomas spiegelt ein gewandeltes Bild Boudiccas wider: Wird sie in Thornycrofts Skulptur Boadicea and Her Daughters in London als Kriegerkönigin dargestellt, ist James Havard Thomasâ Skulptur die einer beschĂŒtzenden Mutter.cite-ref-87[87] Eine weitere kĂŒnstlerische Verarbeitung der Boudicca-Figur ist Judy Chicagos feministische Kunstinstallation The Dinner Party, eine aufwendig gestaltete Festtafel, wo neben anderen Frauenfiguren aus der Weltgeschichte auch ein Platz fĂŒr Boadicea gedeckt ist.cite-ref-88[88]
Ab dem 20. Jahrhundert entstanden eine Reihe von historischen Romanen mit Boudicca als Haupt- oder Nebenfigur. Hingley und Unwin zĂ€hlen mindestens 20 historische Romane zwischen 1900 und 2002 ĂŒber Boudicca und nennen Rosemary Sutcliffs Song for a Dark Queen von 1978 als ein vielgelesenes Beispiel.cite-ref-89[89] Auch in der Bibliographie Historische Romane ĂŒber das alte Rom werden mehr als 40 historische Romane zum Thema Boudicca aufgefĂŒhrt, in vielen der Romane ist Boudicca die Titelfigur.cite-ref-90[90] Boudicca ist ferner (als Boadicca) die Hauptperson der 15-bĂ€ndigen französischen Comic-Serie Vae victis!.cite-ref-91[91]
In der Popkultur ist Boudicca eine beliebte Figur. Bekannt ist unter anderem das InstrumentalstĂŒck Boadicea der irischen SĂ€ngerin Enya, das spĂ€ter auch von P. Diddy gesampelt wurde.cite-ref-92[92] Andere Pop- und Rocksongs nehmen (mehr oder weniger lose) Bezug auf Boudicca, so thematisiert zum Beispiel die Band Faith and the Muse mit dem Song Boudiccea das Thema Weiblichkeit.cite-ref-93[93] In der britischen TV-Comedy-Serie Horrible Histories ist Boudicca eine der historischen Figuren; als Bolshy Boudicca wird ihr ein Special mit der Schauspielerin Lorna Watson in der Titelrolle gewidmet.cite-ref-94[94] In mehreren Teilen der Computerspielreihe Sid Meierâs Civilization sind die Kelten unter Boudicca eine der spielbaren Nationen.cite-ref-95[95]
Auch Filme und TV-Dokumentationen haben Boudicca und den Boudicca-Aufstand thematisiert. Im Film Boudica. the Warrior Queen von 2003 spielt Alex Kingston die Titelrolle.cite-ref-96[96] Bedeutend ist die Fernsehserie In Search of the Dark Ages aus den Jahren 1978â1981, die von Michael Wood fĂŒr die BBC geschrieben und moderiert wurde.cite-ref-97[97] Boudicca wird in einer Folge vorgestellt; andere historische und auch mythologische Figuren, die die Serie behandelt, sind Artus, Alfred der GroĂe und Wilhelm der Eroberer.cite-ref-98[98] Dem deutschen Publikum wurde die Geschichte Boudiccas 2016 als eine Folge der ZDF-Fernsehserie Terra X nahegebracht. Die Folge ĂŒber den Boudicca-Aufstand war eine von drei Folgen ĂŒber die Kelten in Europa.cite-ref-99[99]
Boudicca und ihr Aufstand werden auch als Teil der englischen Regionalgeschichte in Museen SĂŒdostenglands prĂ€sentiert. AusgrabungsstĂŒcke und historische HintergrĂŒnde zu Boudiccas Aufstand können unter anderem im Colchester Castle Museum, im Verulamium Museum in St. Albans und im Norwich Castle Museum besichtigt werden.cite-ref-100[100] Die englische Region Norfolk hat ferner erkannt, dass sie mit Boudiccas Namen erfolgreich Marketing fĂŒr Tourismus in der Region betreiben kann.cite-ref-101[101] So gibt es zum Beispiel unter anderem einen Wanderweg Boudicaâs Way vom heutigen Norwich Castle nach SĂŒden bis zur Grenze zu Suffolk, mit dem Wanderer den ersten Teil der vermutlichen Route Boudiccas wĂ€hrend des Aufstands folgen können.cite-ref-102[102]
Im Jahr 2023 produzierte der WDR eine 8-teilige Hörspiel-Serie, die die Vorgeschichte des Boudicca-Aufstandes und die finale Schlacht erzĂ€hlt.cite-ref-103[103] Im gleichen Jahr wurde der Actionfilm Boudica â Aufstand gegen Rom veröffentlicht.
Quellen
âą Cassius Dio: Römische Geschichte. Ăbersetzt von Otto Veh. Band 3 (= BĂŒcher 44â50), Band 4 (= BĂŒcher 51â60), Band 5 (= BĂŒcher 61â80). Artemis-Verlag, ZĂŒrich 1986â1987, ISBN 3-7608-3672-0, ISBN 3-7608-3673-9 und ISBN 3-7608-3675-5 (englische Ăbersetzung online, relevant fĂŒr Boudicca ist Buch 62,1â12).
âą Tacitus: Annalen. Lateinisch/Deutsch. Herausgegeben von Erich Heller. 5. Auflage. Artemis & Winkler, MĂŒnchen / ZĂŒrich 2005, ISBN 3-7608-1645-2 (lateinischer Text online, fĂŒr Boudicca relevant ist Buch 14,29-39).
âą Tacitus: Agricola. Lateinisch/Deutsch. Ăbersetzt, erlĂ€utert und mit einem Nachwort herausgegeben von Robert Feger (RUB 836). Reclam, Stuttgart 1973 (englische Ăbersetzung online, relevant fĂŒr Boudicca sind die Kapitel 14 bis 16).
Literatur
âą Miranda Aldhouse-Green: Boudica Britannia. Taylor & Francis, London 2006, ISBN 978-1-4058-1100-2.
âą Kai Brodersen: Das römische Britannien: Spuren seiner Geschichte. Primus-Verlag, Darmstadt 1998, ISBN 3-89678-080-8, S. 98â110 (mit ĂŒbersetzten Quellenpassagen).
âą Donald R. Dudley, Graham Webster: The Rebellion of Boudica. Routledge & Kegan Paul, London 1962.
âą Caitlin C. Gillespie: Boudica. Warrior Woman of Roman Britain. Oxford University Press, Oxford/New York 2018, ISBN 978-0-19-060907-8.
âą Richard Hingley, Christina Unwin: Boudica. Iron Age Warrior Queen. Hambledon Continuum, London 2005, ISBN 1-85285-516-9.
âą Prosopographia Imperii Romani (PIRÂČ) (1933) B 148.
âą Paul R. Sealey: The Boudican Revolt against Rome (Shire Archaeology; Bd. 74), 2nd Edition. Shire Books, Prines Risborough 2004, ISBN 0-7478-0618-7.
âą Graham Webster: Boudica: The British Revolt Against Rome AD 60, Revised Edition/Reprint. Routledge, Abingdon 1999, ISBN 0-415-22606-6.
Weblinks
Commons
: Boudicca
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą Literatur ĂŒber Boudicca im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
âą Historische Romane ĂŒber Boudicca
Anmerkungen
cite-note-11. â Tacitus, Annales 14,31â37 (englische Ăbersetzung); kĂŒrzer: Tacitus, Agricola 15â16.
cite-note-22. â Cassius Dio, Römische Geschichte 62,1â12 (englische Ăbersetzung).
cite-note-33. â Richard Hingley, Christina Unwin: Boudica. Iron Age Warrior Queen. Hambledon Continuum, London 2005, ISBN 1-85285-516-9, S. 42â43.
cite-note-44. â So etwa Gerold Walser: Rom, das Reich und die fremden Völker in der Geschichtsschreibung der frĂŒhen Kaiserzeit (= Basler BeitrĂ€ge zur Geschichtswissenschaft. Band 37). Helbing & Lichtenhahn, Basel 1951, S. 128â131.
cite-note-55. â Werner Suerbaum: Einleitung. In: Tacitus: Annalen. Deutsche Gesamtausgabe. 3. Auflage. Alfred Kröner, Stuttgart 2018, ISBN 978-3-520-23803-0, S. XXXIIIâXXXV.
cite-note-66. â Graham Webster: Boudica: The British Revolt Against Rome AD 60, Revised Edition/Reprint. Routledge, Abingdon 1999, ISBN 0-415-22606-6, S. 16.
cite-note-77. â Fergus Millar: A Study of Cassius Dio. Clarendon Press, Oxford 1964, S. 35 und 149; Martin Hose: Erneuerung der Vergangenheit. Die Historiker im Imperium Romanum von Florus bis Cassius Dio (= BeitrĂ€ge zur Altertumskunde. Band 45). B. G. Teubner, Stuttgart/Leipzig 1994, S. 424â427. Selbstaussage Dios zur Arbeitszeit: Cassius Dio, Römische Geschichte 72,23,5.
cite-note-88. â Miranda Aldhouse-Green: Boudica Britannia. Taylor & Francis, London 2006, ISBN 978-1-4058-1100-2, S. 131â132 mit Verweis auf Fergus Millar.
cite-note-101. Caitlin C. Gillespie: Boudica. Warrior Woman of Roman Britain. Oxford University Press, Oxford/New York 2018, ISBN 978-0-19-060907-8, S. 25â26.
cite-note-1111. â Graham Webster: Boudica: The British Revolt Against Rome AD 60, Revised Edition/Reprint. Routledge, Abingdon 1999, ISBN 0-415-22606-6, S. 47.
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cite-note-1313. â Paul R. Sealey: The Boudican Revolt against Rome (= Shire Archaeology. Bd. 74). Shire Books, Prines Risborough 2004, ISBN 0-7478-0618-7, S. 22â26; Graham Webster: Boudica: The British Revolt Against Rome AD 60. Revised Edition/Reprint. Routledge, Abingdon 1999, ISBN 0-415-22606-6, S. 121.
cite-note-1414. â Tacitus, Annalen 14,31,1 (englische Ăbersetzung): boodicia; 14,35,1 (englische Ăbersetzung): bouducca; 14,37,2 (englische Ăbersetzung): Boudicca. Siehe P. Cornelii Taciti libri qui supersunt I: Ab excessu divi Augusti, herausgegeben von Heinz Heubner, korrigierte Auflage. Teubner, Stuttgart/Leipzig 1994, S. 325, 328f. Vergleiche Prosopographia Imperii Romani (PIR2) (1933) B 148.
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cite-note-webster15-1616. â Graham Webster: Boudica: The British Revolt Against Rome AD 60, Revised Edition/Reprint. Routledge, Abingdon 1999, ISBN 0-415-22606-6, S. 15.
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cite-note-2121. â Paul R. Sealey: The Boudican Revolt against Rome (= Shire Archaeology. Bd. 74). 2. Auflage. Shire Books, Prines Risborough 2004, ISBN 0-7478-0618-7, S. 6â11.
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cite-note-2323. â Miranda Aldhouse-Green: Boudica Britannia. Taylor & Francis, London 2006, ISBN 978-1-4058-1100-2, S. 26.
cite-note-2424. â Miranda Aldhouse-Green: Boudica Britannia. Taylor & Francis, London 2006, ISBN 978-1-4058-1100-2, S. 87â88.
cite-note-2525. â Tacitus, Agricola 16.
cite-note-2626. â Tacitus, Agricola 31. Dazu Richard Hingley, Christina Unwin: Boudica. Iron Age Warrior Queen. Hambledon Continuum, London 2005, ISBN 1-85285-516-9, S. 45â46, 60.
cite-note-2727. â Cassius Dio, Römische Geschichte 62,1,1 und 62,2,2 (englische Ăbersetzung).
cite-note-2828. â Cassius Dio, Römische Geschichte 62,6,3 und 4 (englische Ăbersetzung); Richard Hingley, Christina Unwin: Boudica. Iron Age Warrior Queen. Hambledon Continuum, London 2005, ISBN 1-85285-516-9, S. 53.
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cite-note-3131. â Richard Hingley, Christina Unwin: Boudica. Iron Age Warrior Queen. Hambledon Continuum, London 2005, ISBN 1-85285-516-9, S. 8.
cite-note-3232. â Caitlin C. Gillespie: Boudica. Warrior Woman of Roman Britain. Oxford University Press, Oxford/New York 2018, ISBN 978-0-19-060907-8, S. 101.
cite-note-3333. â Cassius Dio, Römische Geschichte 62,6,1 (englische Ăbersetzung).
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cite-note-3535. â Donald R. Dudley, Graham Webster: The Rebellion of Boudica. Routledge & Kegan Paul, London 1962, S. 54.
cite-note-362. Cassius Dio: Römische Geschichte. Ăbersetzt von Otto Veh, Band 5 (= BĂŒcher 61â80), Artemis-Verlag, ZĂŒrich 1987, S. 49.
cite-note-3737. â Cassius Dio: Roman History. Griechisch/Englisch, Ăbersetzung von Earnest Cary (Loeb Classical Library). Band 8, Harvard University Press/W. Heinemann, Cambridge (Massachusetts)/London 1925, S. 85 (online).
cite-note-3838. â Caitlin C. Gillespie: Boudica. Warrior Woman of Roman Britain. Oxford University Press, Oxford/New York 2018, ISBN 978-0-19-060907-8, S. 157, Anmerkung 3.
cite-note-3939. â Caitlin C. Gillespie: Boudica. Warrior Woman of Roman Britain. Oxford University Press, Oxford/New York 2018, ISBN 978-0-19-060907-8, S. 71â73.
cite-note-4040. â John Davies: The Land of Boudica: Prehistoric and Roman Norfolk. Heritage/Norfolk Museums and Archaeology Service, Oxford 2008, ISBN 978-1-905223-33-6, S. 103â104.
cite-note-4141. â Stephen L. Dyson: Native Revolts in the Roman Empire. In: Historia. Band 20, Heft 2/3, 1971, S. 239â274, hier S. 262.
cite-note-4242. â Richard Hingley, Christina Unwin: Boudica. Iron Age Warrior Queen. Hambledon Continuum, London 2005, ISBN 1-85285-516-9, S. 60â61.
cite-note-tacitus14-31-4343. â Tacitus, Annales 14,31.
cite-note-4444. â Cassius Dio: Römische Geschichte 62,2 (englische Ăbersetzung).
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cite-note-5252. â Tacitus, Annales 14,37.
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cite-note-8686. â Caitlin C. Gillespie: Boudica. Warrior Woman of Roman Britain. Oxford University Press, Oxford/New York 2018, ISBN 978-0-19-060907-8, S. 134â138. Eine Abbildung des Glasfensters befindet sich in Gillespies Boudica. Warrior Woman of Roman Britain, S. 135, in Aldhouse-Greens Boudica Britannica, Abb. 25, und auf der UmschlagrĂŒckseite von Hingley und Unwins Boudica. Die Marmorskulptur Boudiccas in Cardiff findet sich als Titelbild auf Graham Websters Boudica sowie auf S. 65, in Aldhouse-Greens Boudica Britannica, Abb. 9, in Gillespies Boudica. Warrior Woman of Roman Britain, S. 138, und in Dorothee Ade, Andreas Willmy: Die Kelten. Theiss, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8062-2115-2, S. 95.
cite-note-8787. â Caitlin C. Gillespie: Boudica. Warrior Woman of Roman Britain. Oxford University Press, Oxford/New York 2018, ISBN 978-0-19-060907-8, S. 137â138.
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